Prayut Chan-o-cha wies gestern (8. August) den anhal­tenden Druck auf ihn zurück, zurück­zutreten, da seine acht Jahre an der Macht, die vom Gesetz max­i­mal vorge­se­hen sind, möglicher­weise noch in diesem Monat enden könnten.

Prayut, der offen­bar nicht vorhat, in abse­hbar­er Zeit zurück­zutreten, riet lediglich dazu, die strit­tige Frage sein­er achtjähri­gen Amt­szeit endgültig vom Ver­fas­sungs­gericht klären zu lassen und lehnte es ab, sich selb­st dazu zu äußern.

Auch auf den Vorschlag sein­er Kri­tik­er, er solle in die Fußstapfen des ver­stor­be­nen Staats­man­nes Prem Tin­su­lanon­da treten, der 1988 zurück­trat, nach­dem er acht Jahre lang das Amt des Min­is­ter­präsi­den­ten innehat­te, ging Prayut nicht ein.

Nach Ansicht von Prayuts Kri­tik­ern wird der umkämpfte Pre­mier­min­is­ter seine achtjährige Amt­szeit am 24. August been­det haben, dem Tag, an dem er als Armeechef einen Putsch insze­nierte und sich 2014 selb­st zum nicht gewählten Pre­mier­min­is­ter ernannte.

Der stel­lvertre­tende Pre­mier­min­is­ter Wis­sanu Krea-ngam forderte die Kri­tik­er auf, beim Ver­fas­sungs­gericht eine Peti­tion einzure­ichen, um genau festzustellen, wann Prayuts geset­zlich vorge­se­hene Amt­szeit von acht Jahren endet.

Der für Recht­san­gele­gen­heit­en zuständi­ge Vizepremier sagte zuvor, keines der Mit­glieder des Kabi­netts Prayut habe eine Frage dazu gehabt, so dass es jedem, der sich darüber wun­dere, über­lassen bleibe, das Ver­fas­sungs­gericht um ein Urteil zu bitten.

Der Vor­sitzende der thailändis­chen Lib­eralen, Serip­isut Temiyavej, erk­lärte heute, dass Prayut wahrschein­lich für alle Entschei­dun­gen oder Verpflich­tun­gen, die er in sein­er umstrit­te­nen Eigen­schaft als Regierungschef trifft, zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den kön­nte und dass diese möglicher­weise zu einem späteren Zeit­punkt für null und nichtig erk­lärt wer­den kön­nten, wenn seine achtjährige Amt­szeit am 24. August endgültig als abge­laufen betra­chtet wird.

Serip­isut sagte, dass auch andere Kabi­nettsmit­glieder als Prayut selb­st zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den kön­nten, wenn sie sich ab dem 24. August weit­er­hin an die Anord­nun­gen von Prayuts ange­blich unrecht­mäßiger Amt­szeit als Pre­mier­min­is­ter hielten.

Abge­se­hen von Prayut kön­nten möglicher­weise alle Kabi­nettsmit­glieder wegen Rechts­bruchs zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den, da alle ihre Entschei­dun­gen, Hand­lun­gen und ihr rechtlich­er Sta­tus in der Regierung für null und nichtig erk­lärt wer­den kön­nten, so der Vor­sitzende der thailändis­chen Lib­eralen Partei.

In der Zwis­chen­zeit hat der von Pheu Thai geführte Oppo­si­tions­block geplant, am 16. oder 17. August eine Peti­tion beim Ver­fas­sungs­gericht einzure­ichen, um eine endgültige Entschei­dung über Prayuts achtjährige Amt­szeit zu erwirken.

Sollte das Ver­fas­sungs­gericht nicht zu dem Schluss kom­men, dass Prayut seine achtjährige Amt­szeit, die vor acht Jahren begann, als sich der dama­lige Armeechef und Anführer ein­er Putschjun­ta zum Regierungschef ernen­nen kon­nte, am 24. August been­det haben wird oder nicht, kön­nte der nicht gewählte Pre­mier­min­is­ter seine Amt­szeit um drei bis fünf Jahre verlängern.

Möglicher­weise darf Prayut das Amt des Regierungschefs bis 2025 ausüben, wenn das Gericht entschei­det, dass seine Amt­szeit im Jahr 2017 begonnen hat, dem Jahr, in dem die derzeit­ige Ver­fas­sung verkün­det wurde.

Oder aber Prayut kön­nte rechtlich bis 2027 an der Macht bleiben, wenn seine Amt­szeit 2019 begin­nt, dem Jahr, in dem die let­zten Par­la­mentswahlen abge­hal­ten wur­den, was dazu führte, dass er von der Palang Pracharath Partei zum Chef ein­er Nach­wahlregierung ernan­nt wurde. / ASEAN NOW

Von STIN

11 Gedanken zu „Bangkok: Premier Prayuth wird das Urteil des Verfassungsgerichts wegen der Rücktrittsforderung abwarten“
  1. Normalerweise läuft kein Gesetz rückwärts, sondern gilt erst ab dem Tag, an dem es rechtskräftig wurde.
    Vor 2017 gab es keine Verfassung, die die Regierungszeit eines Premiers auf 8 Jahre begrenzt.

    Somit wäre 2017 der Beginn als Premier – und 2025 das Ende.

    1. Das ist richtig. Aber trotzdem ist er am 23.August 8 Jahre als PM im Amt.
      Egal wie das parteiische Verfassungsgericht urteilt.
      Er selber hat ja schon ganz andere Ziele: Er gibt ganz TH im November zur APEC frei damit sie alle seiner Eroeffnungsrede entkommen koennen!
      Was waere denn wenn Thaksin diese Rede halten wuerde?Der wuesste wenigstens halbwegs wovon er ueberhaupt redet.

      1. Das ist richtig. Aber trotzdem ist er am 23.August 8 Jahre als PM im Amt.

        Wer hat ihn den zum PM gewählt?
        Eigentlich bin ich nun wieder auf deiner Seite – er war bis 2019 kein Premier, sondern ein waschechter Militärdiktator.

        1. Nein, waschecht war Prayuth noch nie.
          Er wurde von der NCPO (Junta) der Vorgaengerin des Militaersenats zum PM gewaehlt.

          1. Er wurde von der NCPO (Junta) der Vorgaengerin des Militaersenats zum PM gewaehlt.

            Genau, also kein gewählter PM, wie 2019 – als die Partei von Prayuth zwar nicht 1. wurde, aber doch so stark,
            dass man mit vielen anderen Koalitionen eine Mehrheit erreichte.

            Läuft ähnlich in EU auch.

          2. Ich glaube kaum das STINs Freunde von der Militaerdiktatur die Wahl durch die NCPO als Nichtwahl ansehen
            Sei es wie es ist , er hat den Posten als PM ausgeuebt und zwar seit August 2014 also waere fuer ihn natuerlich am 23.August 2022 Dienstschluss.
            Wenn das Verfassungsgericht dies anders sieht dann beweist es damit nur seine eigene Parteilichkeit.

          3. Ich glaube kaum das STINs Freunde von der Militaerdiktatur die Wahl durch die NCPO als Nichtwahl ansehen

            Es war keine reguläre Wahl – um das geht es nur.

            Dann stellt sich noch die Frage, war er wirklich Premierminister. Ein Premier ist der Anführer eines Kabinetts.
            Gab es ein Kabinett – oder nur NCPO?
            Auch hat ein Premierminister die Vertretung der Mehrheit im Parlament inne.

            Gab es ein Parlament? NEIN.

            Ich würde eher dazu neigen, dass Prayuth kein Premier war, sondern – wie du laufend behauptest: ein Militärdiktator.

            Wenn das Verfassungsgericht dies anders sieht dann beweist es damit nur seine eigene Parteilichkeit.

            Ich glaube fast, dass kann man so oder so sehen – sehr schwammig.

          4. STINs Zwangsamnesie soll helfen diese Militaerdiktatur schnell zu vergessen.
            Auch wenn STIN Alles leugnet: 8 Jahre sind nicht genug um Alles zu vergessen.Es gab Fachminister ,auch wenn es keine Sacharbeit gab!
            Ich glaube in keiner Militaerdiktatur der Welt bezeichnet sich der Diktator als Diktator.Prayuth hat sich selbst immer als Premierminister bezeichnet und Prawit als seinen Stellvertreter!
            Was ist an meiner Aussage dass das Verfassungsgericht parteilich ist schwammig?

          5. STINs Zwangsamnesie soll helfen diese Militaerdiktatur schnell zu vergessen.

            Warum sollte man die vergessen – läuft alles zumindest gleich gut oder schlecht, wie vorher.
            Einige Dinge finde ich sogar sehr positiv. Wie eben die Überlegung Casinos zuzulassen, Ganja-Verbot aufzuheben usw.

            Auch wenn STIN Alles leugnet: 8 Jahre sind nicht genug um Alles zu vergessen.Es gab Fachminister ,auch wenn es keine Sacharbeit gab!

            Kann ich nicht bestätigen. Thaksins Wirtschaftsfachberater hat es recht gut gemacht.
            Alles gut, mal sehen – wo es dir besser gehen wird, wenn z.B. ein Anutin o.a. Premier wird.

            Ich glaube in keiner Militaerdiktatur der Welt bezeichnet sich der Diktator als Diktator.

            Nein, aber es sind auch keine Premiers und sie werden weltweit als Diktator bezeichnet, wie Assad, Putin, Xi Jingpin usw.
            Prayuth nicht mehr.

            Auch in allen Rankings, die du absichtlich ignorierst – ist TH halt nun mal keine Diktatur mehr.
            Sonst wäre Ungarn auch eine – ebenso Polen u.a.

            Ob sich Prayuth selbst als Kaiser, König, Premier bezeichnet, ist irrelevant – wenn er keiner ist.

            Was ist an meiner Aussage dass das Verfassungsgericht parteilich ist schwammig?

            Ja, wie halt in der USA der Supreme Court auch. Kommt leider vor, sollte nicht sein.

          6. Wenn man die Realitaet ignoriert und STINs Propaganda glaubt ist in TH sicher Alles in Ordnung.

            Ja, ist soweit in Ordnung, zu viel Bürokratie bei Farang-Unternehmen, aber ansonsten eigentlich alles ok.
            Sonst wärst du ja schon in LUX wohnhaft. Bei mir sogar noch mehr ok, weil ich sprechen kann, weil ich alles essen kann und weil ich
            es gerne warm habe. Auch die Wasser-Temp. im Meer ist ideal, ich ging zwar in Berck / FRA auch rein, aber kein Vergleich.
            Auch das ist in TH besser.

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